Junge Union
Waldeck Frankenberg

Waldeck-Frankenberg - Unser Landkreis

Geografie

Der Landkreis liegt am Übergang des Rheinischen Schiefergebirges ins Hessische Bergland und damit vollständig im Bereich der deutschen Mittelgebirge. Größere Ebenen finden sich im Kreisgebiet nur im Nordosten um Volkmarsen, in der Kreismitte (Korbacher Hochebene) und im oberen Edertal (Battenberg-Frankenberg (Eder)) und unteren Edertal (Gemeinde Edertal). Die höchste Erhebung ist der 843,2 m hohe Langenberg im Upland bei Willingen. Neben dem Upland sind weitere Mittelgebirge die oberhessischen Anteile am Rothaargebirge um Battenberg herum, der Burgwald und der Kellerwald.


Die wichtigsten Flüsse sind die Eder, ein Nebenfluss der Fulda, und die Diemel, welche direkt in die Weser mündet. Die Twiste, ein Nebenfluss der Diemel, und die Itter und die Orke, Nebenflüsse der Eder, sind weitere Flüsse. Es gibt keine größeren natürlichen Seen im Kreisgebiet, jedoch mehrere Stauseen, von denen der Edersee der größte ist und auch der größte See Hessens überhaupt. Der Diemelsee und der Twistesee spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Fast das gesamte Kreisgebiet entwässert über die Weser in die Nordsee, lediglich im Südosten fließt die Wohra über Ohm, Lahn und Rhein in die Nordsee.

Eine geologische Besonderheit ist die Korbacher Spalte, eine 20 Meter tiefe, bis zu 3,50 m breite und ca. einen Kilometer lange verfüllte Erdspalte. Sie ist eine wichtige Fossillagerstätte aus der Permzeit, ca. zwei Kilometer südlich der Korbacher Innenstadt entfernt.

Geschichte

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg entstand am 1. Januar 1974 im Rahmen der hessischen Gebietsreform aus den bisherigen Landkreisen Waldeck und Frankenberg. So ähnlich die beiden Altkreise sich in geographischer Hinsicht sein mögen, so unterschiedlich ist die Geschichte der beiden Kreisteile.

Der nördliche, größere Teil, Waldeck war bis 1929 ein eigener Freistaat bzw. vorher ein eigenes Fürstentum. Erst dann wurde er in die preußische Provinz Hessen-Nassau eingegliedert. Bis 1942 bestand Waldeck dabei aus den drei Kreisen "Kreis der Eder" (Kreisstadt Bad Wildungen), "Kreis des Eisenberges" (Kreisstadt Korbach) und "Kreis der Twiste" (Kreisstadt Arolsen). Danach wurden die drei Kreise zum Kreis Waldeck mit der Kreisstadt Korbach vereinigt, wobei zu Zeiten des Fürstentums und Freistaates Arolsen die Hauptstadt gewesen ist.

Der südliche Teil, der Altkreis Frankenberg, gehörte bis auf die westlichen Teile des ehemaligen Amtes Battenberg, welche zusammen mit dem Amt Gladenbach den Kreis Biedenkopf in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt bildete, sowie das Amt Itter zu Hessen-Kassel. 1932 wurde das Amt Battenberg in den Kreis Frankenberg eingegliedert.

Diese beiden Altkreise wurden im Rahmen der Gebietsreform vereinigt, zudem wurden weitere Grenzkorrekturen durchgeführt. So wurden Volkmarsen aus dem Landkreis Wolfhagen und Schiffelbach aus dem Landkreis Marburg eingemeindet, die waldeckische Stadt Züschen wurde ein Stadtteil der Stadt Fritzlar im heutigen Schwalm-Eder-Kreis.

Die Grenze zwischen den beiden Altkreisen stellt jedoch auch heute noch eine kleine kulturelle Grenze dar. Die Benrather Linie verläuft annähernd zwischen den beiden Altkreisen und teilt den Kreis in einen niederdeutschen (waldeckischen) und einen mitteldeutschen (hessischen) Teil. Bei den evangelischen Kirchen ist der Kreis zwischen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (Altkreise Waldeck und Frankenberg) und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (Teile des Altkreises Frankenberg) geteilt, bei den katholischen Kirchen zwischen dem Erzbistum Paderborn (Altkreis Waldeck) und dem Bistum Fulda (Altkreis Frankenberg). Doch selbst im Alltagsleben stehen sich "Sture Waldecker" und "Blinde Hessen" manchmal kritisch gegenüber, ausgedrückt z. B. auch durch die Anekdote, dass es sich beim Hessentag 1997 in Korbach um den ersten Hessentag außerhalb Hessens handelte.


Wappen

Blasonierung: „Von Blau und Gold schräglinks geteilt; oben der wachsende, von Silber und Rot geteilte hessische Löwe, unten der schwarze achtstrahlige Waldecker Stern“ (Wappen-Verleihung 21. Juni 1974)

Der Löwe als Wappentier der Stadt Frankenberg und der Landgrafschaft Hessen bzw. deren Nachfolgestaaten symbolisiert den südlichen Teil des Kreises, den ehemaligen Landkreis Frankenberg. Der Stern ist das Wappensymbol des ehemaligen Fürstentums Waldeck und wurde bereits im Wappen des Altkreises Waldeck geführt.


Wirtschaft

Der Landkreis gehört zu den traditionell eher strukturschwächeren Gegenden Deutschlands, was sich auch heute noch durch die verhältnismäßig geringe Bevölkerungsdichte von 88 Einwohnern /km² ausdrückt; nach dem Vogelsbergkreis die zweitniedrigste in Hessen. Insbesondere die abgelegenen Bergregionen des Uplandes waren bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts von Armut betroffen.

Land- und Forstwirtschaft spielen in dem ländlich geprägten Kreis immer noch eine große Rolle: 784 km² der Kreisfläche werden landwirtschaftlich genutzt, 843 km² sind Waldflächen. Damit beträgt dieser Anteil insgesamt 88 % der gesamten Kreisfläche. In der Landwirtschaft sind allerdings nur noch 572 Einwohner als Angestellte beschäftigt bei insgesamt 2220 landwirtschaftlichen Betrieben , was nur etwas mehr als ein Prozent der Gesamtangstellten darstellt (Stand 2008). Industrie hat sich außerhalb der Mittelstädte nur wenig ansiedeln können, dennoch gibt es einige Großbetriebe in Korbach, Bad Arolsen und im oberen Edertal, die zu den wichtigsten Arbeitgebern gehören. Wichtige Betriebszweige sind die Möbelindustrie, kunststoffverarbeitende Betreibe sowie die Gummiindustrie. 42 % der Gesamtangestellten arbeiten im produzierenden Gewerbe.

Die vier Mittelzentren Korbach, Bad Arolsen, Bad Wildungen und Frankenberg sind auch wichtige Standorte für das Dienstleistungsgewerbe; ein weiterer wichtiger Bestandteil hiervon ist aber der Tourismus. Die Ferienregion "Waldecker Land" (unter der auch der Altkreis Frankenberg mitvermarktet wird) zählt zu den wichtigsten Urlaubsregionen Hessens überhaupt und lockt Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet, vor allem aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen, sowie auch aus historischen Gründen aus den Niederlanden an (Die Urgroßmutter der aktuellen niederländischen Königen Beatrix, Emma, stammt aus dem waldeckischen Fürstenhaus.) Im hessischen Upland spielt Wintersport eine große Rolle, insbesondere Willingen kommt als Austragungsort des Skispring-Weltcups eine wichtige Rolle zu. Das übrige Kreisgebiet, vor allem aber die Orte an den großen Stauseen, wird vor allem im Sommer besucht, der Edersee spielt eine wichtige Rolle als Naherholungsgebiet für das 40 km entfernte Kassel und Marburg. Aufgewertet wurde dies noch durch die Einrichtung des Nationalparks Kellerwald-Edersee 2004. Darüber hinaus sind auch die historischen Innenstädte mit vielen Fachwerkbauten von Interesse (Korbach und Bad Arolsen liegen an der Deutschen Fachwerkstraße). Ergänzt wird dieses Angebot durch die Möglichkeit, die vielen Burgen und Schlösser vor allem im Altkreis Waldeck zu besichtigen, allen voran das Residenzschloss in Bad Arolsen, welches im 18. Jahrhundert nach dem Vorbild von Versailles errichtet wurde.

Verkehr

Bis auf einen kleinen Abschnitt der Bundesautobahn 44 (A 44) von Kassel nach Dortmund im nördlichsten Teil des Landkreises in der Gemeinde Diemelstadt hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg keinen direkten Anschluss an das Autobahnnetz. Im Südosten verläuft die A 49 in der Nähe des Kreisgebietes. Der geplante Lückenschluss der A 4 zwischen dem westlichen und östlichen Teil soll durch den Südteil des Landkreises verlaufen. Bis in die 1970er Jahre war zudem eine Verlängerung der A 5 von Gießen nach Bremen im Gespräch, die den Landkreis in Nord-Süd-Richtung erschlossen hätte. Diese Aufgabe übernimmt heute die B 252, die Marburg über Frankenberg, Korbach und Bad Arolsen mit Warburg und Paderborn verbindet und dabei im Kreisgebiet, insbesondere im Vergleich zum weiteren Verlauf im Landkreis Marburg-Biedenkopf, mit aktuell nur noch sechs Ortsdurchfahrten (Ernsthausen, Bottendorf, Herzhausen, Dorfitter, Berndorf und Twiste) auf dem gesamten Verlauf im Kreis verhältnismäßig gut ausgebaut ist. Weitere Bundesstraßen im Kreisgebiet sind die B 236, die von Münchhausen beginnend über Battenberg und Bromskirchen den Kreis durchquert, die B 251 von Kassel über Waldeck-Sachsenhausen, Korbach, Willingen nach Brilon, die B 253 von Bad Wildungen über Frankenberg, Battenberg nach Dillenburg, die B 450 von Fritzlar und Wolfhagen nach Bad Arolsen, die B 485 von Bad Wildungen nach Bad Arolsen.

Der Landkreis wird durch die Bahnstrecken Korbach - Bad Arolsen - Volkmarsen mit weiterem Anschluss Richtung Kassel, die Strecke Korbach - Willingen - Brilon Wald, die Strecke Frankenberg - Marburg und die Strecke Bad Wildungen - Wabern erschlossen. Es wird diskutiert, die stillgelegte Strecke Korbach–Frankenberg zu reaktivieren, jedoch ist die Finanzierung ungeklärt. Weitere stillgelegte Strecken sind die Obere Edertalbahn von Allendorf (Eder) nach Bad Berleburg, die Ruhr-Eder-Bahn von Frankenberg über Allendorf und Winterberg nach Bestwig sowie die Ederseebahn von Korbach nach Bad Wildungen.


Städte und Gemeinden


Städte

1. Bad Arolsen (16.271)
2. Bad Wildungen (17.420)
3. Battenberg (Eder) (5504)
4. Diemelstadt (5391)
5. Frankenau (3391)
6. Frankenberg (Eder) (18.894)
7. Gemünden (Wohra) (3989)
8. Hatzfeld (Eder) (3261)
9. Korbach (23.900)
10. Lichtenfels (4146)
11. Rosenthal (2222)
12. Volkmarsen (6855)
13. Waldeck (7233)



Gemeinden

1. Allendorf (Eder) (5614)
2. Bromskirchen (1909)
3. Burgwald (4909)
4. Diemelsee (5080)
5. Edertal (6647)
6. Haina (Kloster) (3612)
7. Twistetal (4548)
8. Vöhl (6040)
9. Willingen (Upland)


Quelle: Wikipedia
JU Hessen
Newsletter